Die Festa Paschalia setzen auch in diesem Jahr die alte Kölner Tradition der österlichen Konzertreihen fort. Wiederum stehen die religiöse und kulturelle Bedeutung der Kar- und Ostertage im Mittelpunkt. Außergewöhnliche Konzerte und Veranstaltungen greifen künstlerische Auseinandersetzungen vom Mittelalter bis ins Heute mit existentiellem menschlichen Erleben von Leid, Tod und Hoffnung in der Passion und Auferstehung Jesu Christi auf.
Im Namen aller beteiligten Künstlerinnen und Künstler laden die Künstler-Union-Köln und der figuralchor köln Sie herzlich ein, diese besonderen Tage mit den Festa Paschalia zu erleben.
Im Mittelpunkt dieses Programms mit Chorwerken im Umfeld der Passion steht das Miserere c-Moll von Johann Christoph Friedrich Bach. Die Komposition des sogenannten "Bückeburger" Bachs, dessen fast gesamte Produktion verschollen ist, ist erst 1975 wiederentdeckt worden und gilt als eines seiner Hauptwerke.
In dem 50minütigen Miserere werden die verschiedenen Abschnitte des Psalms 51 in vier Chorstücken und acht weiteren Solo-Nummern sehr charakteristisch vertont in einer Sprache, die ein eindrucksvolles Zeugnis des Übergangs vom Stil des "alten" Bach zum neuen "empfindsamen" Zeitalter ist.
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Kyrie „Christe, du Lamm Gottes“ BWV 233a
Gottfried August Homilius (1714-1785)
Zwei Motetten:
Siehe, das ist Gottes Lamm
So gehst du nun, mein Jesu, hin
Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795)
Miserere c-Moll
Corinna Pregla, Sopran
Rena Kleifeld, Alt
Bruno Michalke, Tenor
Fabian Hemmelmann, Bass
Accademia Andreae
Konzertmeisterin Gudrun Höbold
Vokalensemble St. Andreas
Leitung: Christoph Kuhlmann
Über das Vokalensemble St. Andreas
Franz Liszt (1811-1886)
Via Crucis - Die 14 Stationen des Kreuzwegs
Martina Mailänder, Orgel
figuralchor köln
Leitung: Richard Mailänder
Heinrich Schütz (1585-1672)
Johannes-Passion
Thomas Heyer, Tenor
Timon Führ, Bass
fiat ars
Leitung: Jonas Dickopf
Der von Kerzen erleuchtete gotische HochChor und das mittelalterliche Chorgestühl sind der stimmungsvolle Schauplatz dieses Konzertes, bei dem Musik erklingt, die originär zur Heiligen Woche vor Ostern gehört.
Neben der selten zu hörenden, mit zwei Violinen prachtvoll gestalteten Lamentation Scarlattis ergänzen weitere Werke von Michel und Schein das Programm hin zu einem Panorama der europäischen Barockmusik.
Mit der Musik einher geht eine Lichtsymbolik, bei der nach und nach alle Kerzen verlöschen und somit das Dunkel dieser Tage in der Karwoche greifbar wird.
Alessandro Scarlatti (1660-1725)
Lamentatio Jeremiae III
Johann Hermann Schein (1586-1530)
Fürwahr, er trug unsere Krankheit
Joseph Michel (18. Jahrhundert)
Miserere mei Deus, à voix seule
Nicole Ferrein, Sopran
Gudrun Höbold & Christine Moran, Violine
Dietmar Berger, Viola da Gamba
Christoph Kuhlmann, Orgel
Vokalensemble Kölner Dom
Das 12tönige Chorwerk Lamentatio Jeremiae Prophetae für gemischten Chor a cappella von Ernst Krenek (1900-1991) von 1957 beruht auf dem Text der Klagelieder des Jeremias, die bei den katholischen Gottesdiensten am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag vorgetragen werden.
Diese drei Abschnitte bestehen aus je drei Lektionen, deren Ende jeweils mit dem Ruf „Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum“ enden. Jeder Vers ist eingeleitet von einem Buchstaben des hebräischen Alphabets, der ebenfalls gesungen wird.
Die Einleitungen zur ersten und letzten Lektion des Werkes sind als cantus firmus an der gregorianischen Intonation orientiert. Zwei Sechstonreihen, die in zwei verschiedenen Modi (Rotation und Transposition) gesondert variiert werden, bilden den materiellen Kern der Komposition. Die einzelnen Abschnitte sind zwischen zwei- und achtstimmig. Die Anrufung „Jerusalem“ am Ende jedes Abschnitts ist nach der ersten Lektion unisono, in der zweiten zweistimmig usf., nach der letzten und neunten Lektion im neunstimmigen Chorsatz. Dieser endet im neunstimmigen Schlussakord zwischen H und F, den beiden Grundtönen der Sechstonreihen.
Das gut 75minütige Werk wurde, nicht zuletzt wegen seiner Komplexität nur zweimal aufgenommen (vom RIAS-Kammerchor unter Marcus Creed und dem Niederländischen Kammerchor unter Uwe Gronostay). Marcus Creed, aktuell Chefdirigent beim SWR Vokalensemble Stuttgart, wird den Vokalsolisten steht den Vokalsolisten beratend zur Seite.
Ernst Krenek (1900-1991)
Lamentatio Jeremiae Prophetae op.93
KÖLNER VOKALSOLISTEN:
Kerstin Hövel, Sopran
Sarah Schnier, Sopran
Lara Langguth, Sopran
Ruth Volpert, Mezzosopran
Beate Westerkamp, Mezzosopran
Ansgar Eimann, Tenor
Fabian Hemmelmann, Bariton
Christian Walter, Bariton
Martin Wistinghausen, Bass
ALA AUREA
Maria Jonas, Gesang
Susanne Ansorg, Fideln
Fabio Accurso, Laute
Libretto nach lateinischen Texten, Chorälen und
Luthers Bibelübersetzung (Fassung 1984)
Inga-Britt Andersson, Sopran
Manuel König, Tenor
Fabian Hemmelmann, Bariton
Neues Rheinisches Kammerorchester
figuralchor köln
Leitung: Richard Mailänder
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