Festa Paschalia 2016

Konzerte zur Passions- und Osterzeit
März bis Mai 2016

Im Namen aller beteiligten Künstlerinnen und Künstler laden die Künstler-Union-Köln und der figuralchor köln Sie herzlich ein, diese besonderen Tage mit den Festa Paschalia zu erleben.


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Samstag, 19.03.2016, 20:30 Uhr
St. Pantaleon

Via crucis

Franz Liszt (1811-1886): Via crucis.

figuralchor köln

Als Kreuzweg (Weg des Kreuzes) bezeichnet man ursprünglich die Nachahmung der Via Dolorosa (lat. „schmerzensreiche Straße“) in Jerusalem als Stationsweg vor Wallfahrtskirchen. Aus dem Heiligen Land zurückgekehrte Pilger legten Nachbildungen der heiligen Orte in ihrer Heimat an. Seit der Zeit um 1600 wurden Kreuzwege mit 14 bebilderten Stationen errichtet. Sie zeigten den Weg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Kreuzigung und Grablegung. Als Bestandteil der Ausstattung von Kirchenräumen entstand der vierzehnteilige Kreuzwegzyklus gegen Ende des 17. Jahrhunderts. An den Wänden wurden 14 Stationen mit Holzkreuzen markiert, unter denen sich meist eine bildliche oder plastische Darstellung der jeweiligen Kreuzwegstation befand. Besonders im 19. Jahrhundert war der vierzehnteilige Kreuzwegzyklus innerhalb von Kirchenräumen sehr verbreitet.

„Via crucis“ (1878), eine Betrachtung über die 14 Kreuzwegstationen für Soli, Chor und Orgel, stammt aus Liszts römischer Epoche. Liszt schreibt in einer für sein Alterswerk typischen Weise eine musikalische Kreuzweg-Meditation; ein ebenso merkwürdiges wie anrührendes, in seiner asketischen Radikalität unglaublich modernes Werk. Mit einer fast die Grenzen der Tonalität sprengenden Harmonik und expressiven wie asketischen Affekten vereinigt es unterschiedliche Formen und musikalische Stilmittel wie gregorianischer Hymnus, Kirchenlied, Choralvariation in spätromantischer Harmonik expressiv gesteigert, unbegleitetes Solo-Rezitativ, Chor-Unisono und Frauenchor-Passagen mit dem Stabat Mater der Liturgie. Die vielseitigen Stilmittel der Komposition zeigen die Bilder des Leidens, der Klage, der Suche: die Musiksprache gelangt an den Rand des Verstummens; sie versinkt in einem tönenden, mystischen Schweigen.

Mittwoch, 23.03.2016, 20:00 Uhr

TENEBRAE

Divoti Affetti alla Passione
(Giovanni A. Ristori [1692-1753])

Nicole Ferrein
Elvira Bill
Dietmar Berger (Cello)
Klaus Mader (Laute)
Christoph Kuhlmann (Orgel)

mit Eintritt

Montag, 28.03.2016, 16:00 Uhr
St. Pantaleon

Lumen Christi

Rihards Dubra (*1964)

figuralchor köln
Neues Rheinisches Kammerorchester
Leitung: Richard Mailänder


Der lettische Komponist Rihards Dubra (geb. 1964) ist in Deutschland relativ unbekannt; ganz anders in Amerika und Asien mit zahlreichen Auftragskompositionen und Aufnahmen.
Für das vom figuralchor köln in Auftrag gegebene Osteroratorium "Lumen Christi" vertont Dubra die Lesungstexte und das Evangelium der Osternacht, die den Weg des Heils von der Erschaffung der Welt bis zu Jesu Auferstehung nachzeichnen.
Eingerahmt sind diese Texte vom eröffnenden „Lumen-Christi“-Ruf der Osternacht mit dem nachfolgenden großen Osterlob des Lichtes „Exsultet“ und einem österlichen Text von Angelus Silesius.
Bei der Fülle der Texte hat der Komponist selbst die Texte jeweils auf die wesentlichen Aussagen gekürzt.

Mittwoch, 13.04.2016, 20:00 Uhr
Pastor-Könn-Aula (in St. Aposteln)

Jedermann-Monologe

Frank Martin (u.a.)

Die Auseinandersetzung mit Fragen nach den letzten Dingen zieht sich nicht zuletzt seit der Romantik wie ein roter Faden durch die Topoi des Liedschaffens verschiedener Komponisten. Im Widerspruch zur Skepsis der Aufklärung besannen sich Dichter und Komponisten auf metaphysische und religiöse Symbole und Gedanken.
Ein solches zentrales Motiv in Dichtung, Musik und Malerei ist der Mond. Rückbesinnend auf Kirchenlehrer wie Ambrosius und Augustinus wird der Mond nicht nur als Symbol der Nacht, sondern – der aus vorheriger Finsternis aufsteigende Mond– als Symbol für den auferstandenen Christus gesehen. In Gemälden von Friedrich Schinkel und Caspar David Friedrich ist dieser Bezug augenfällig; in der Musik widerspiegelt sich dieser Gedanke in SCHUMANNS Vertonung von Eichendorffs berühmter „MONDNACHT“.
Der erste Teil des Liederabends widmet sich dem Mond und seiner Ausdeutung in den verschiedenen Formen. Zu hören ist als Erstaufführung eine neubearbeitete Baritonfassung des Liederzyklus „MONDLIEDER“ des Wuppertaler Komponisten LUTZ-WERNER HESSE. Schumanns Mondnacht wird eingefasst durch zwei verschieden Fassungen FRANZ SCHUBERTS von Goethes Gedicht „AN DEN MOND“.
Auf der Suche nach einem Text für einen Liederzyklus stieß der Schweizer Komponist FRANK MARTIN auf Hugo von Hofmannsthals Theaterstück „Jedermann“. Ihn bewegte die Frage, wie der sündige Mensch die Gnade Gottes erlangen kann. Dazu wählte er SECHS MONOLOGE DES JEDERMANN aus, die einen psychologischen Prozess beschreiben, vom Schrecken vor dem Tod bis hin zur Reue und der Bitte um Vergebung. Im 6. Monolog erkennt er, dass diese Reue ihm das Tor zum Himmel öffnen wird. Es folgt ein außergewöhnlicher Zyklus religiöser Lieder von RALPH VAUGHAN-WILLIAMS. Bezeichnete sich Vaughan-Williams selbst als Agnostiker, so fand er doch in dem elisabethanischen Priester und Dichter George Herbert einen Gleichgesinnten. Im Zentrum der „FIVE MYSTICAL SONGS“ (hier in der Fassung für Klavier und Bariton) steht die Auseinandersetzung des Menschen mit dem österlichen Geheimnis. Der Zyklus endet mit einem hymnischen Lied auf die Osterfreude.

THILO DAHLMANN, BASSBARITON
Nach seinem Gesangsstudium an der Essener Folkwang-Hochschule, wo er 2007 sein Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte, war der Bassbariton Thilo Dahlmann Mitglied des Internationalen Opernstudios des Zürcher Opernhauses. Beim Landesgesangswettbewerb Nordrhein-Westfalen wurde er mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 2013 wurde ihm der Liedpreis des Kultusministeriums Schleswig-Holstein sowie der Nikolaus Bruhns-Sängerpreis verliehen.
Vor allem ist Thilo Dahlmann jedoch als Konzert- und Liedsänger tätig. Rundfunk-, CD- und DVD-Aufnahmen ergänzen seine künstlerische Tätigkeit; zuletzt erschien eine Solo-Debüt CD mit Schubert Liedern, begleitet von Charles Spencer am Klavier.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Thilo Dahlmann Dozent für Gesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal.

HEDAYET DJEDDIKAR, KLAVIER
Der Pianist Hedayet Jonas Djeddikar studierte er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt mit einem Aufbaustudium für Liedgestaltung und Kammermusik. Bei Liedwettbewerben wurde er mehrfach ausgezeichnet; er ist offizieller Begleiter des Int. Johannes Brahms-Liedwettbewerbs in Pörtschach und des Int. Hilde Zadek-Wettbewerbs in Wien.
Als Dozent für Liedgestaltung und Korrepetition unterrichtet er an den Musikhochschulen Frankfurt, Düsseldorf und Mainz. Rundfunkaufnahmen entstanden bei verschiedenen Sendern, u.a. beim Bayerischen Rundfunk, beim SWR, beim ORF und beim Schweizer DRS 2.
Konzertreisen für das Goethe-Institut führten ihn nach Lateinamerika und Russland.
Eine Gesamtaufnahme der Lieder Clara Schumanns für das Label Naxos ist 2009 erschienen.

Sonntag, 24.04.2016, 16:00 Uhr
St. Pantaleon

Ubi Caritas

Sanstierce
Maria Jonas
Bassem Hawar
Dominik Schneider
Dominika M. Alkohardi

Ein Konzert mit mittelalterlicher Musik des Orient und Okzidents zum Jahr der Barmherzigkeit

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